Kräuter aus dem Kloster

Arznei-Baldrian

Die bis 1,5 Meter hohe Staude mit dem gerillten Stängel und den gefiederten Blättern wächst gerne an feuchten Standorten.

Bis wir sie aber in Wäldern, an Ufern und auf moorigen Wiesen antreffen, dauert es noch eine Weile. Von Mai bis August bildet die Pflanze schirmförmige Blütenstände, die aus vielen kleinen, rosa bis weissen Blüten zusammengesetzt sind.

Seit der Antike wird der Baldrian in Kräuterschriften erwähnt und als Heilpflanze geschätzt. Baldrian ist besonders hilfreich bei Erschöpfung und geistiger Überarbeitung. Er löst Verkrampfungen und hat eine entspannende Wirkung. Daher wird er auch bei Nervosität und Schlaflosigkeit angewendet. Für einen Tee übergiesst man einen Teelöffel getrocknete, fein geschnittene Wurzeln mit 250 Milliliter kochendem Wasser und lässt ihn fünf Minuten zugedeckt ziehen.

Der Name Baldrian kommt vom germanischen Lichtgott Baldur, was «der Hilfsbereite» bedeutet. Valeriana geht auf das lateinische valere zurück, zu Deutsch «gesund sein», «sich wohlfühlen». Der Artname officinalis weist darauf hin, dass es sich um eine Arzneipflanze handelt, die seit langem offiziell, nämlich in Apotheken, verwendet wird.

Im Volksmund heisst die Pflanze auch Katzenkraut. Wer einen Haustiger besitzt, weiss, dass es bei diesem eine alles andere als beruhigende Wirkung hat: Der Geruch von Baldrian zieht Katzen unwiderstehlich an und versetzt sie in einen rauschartigen Zustand, so dass sie sich wie wild im Kraut wälzen.

Text: Alexandra Dosch, Dipl. Feldbotanikerin und Theologin

Angebot laufend

Illustration aus «Kräuterbuch deß uralten Unnd in aller Welt berühmtesten Griechischen Scribenten Pedacii Dioscoridis Anazarbaei (…).» 1614. (Buch im Besitz des Klosters Fahr)