Editorial

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Wir müssen kreativ sein und an einem neuen Europa-Konzept arbeiten.

Der Brexit macht es deutlich: Europa droht auseinanderzubrechen. Rückbesinnung auf die eigene Nation ist angesagt. Verantwortung für eine zukunftsfähige Lösung scheint in England niemand übernehmen zu wollen, die Anführer der EU-Gegner haben sich aus der Politik verabschiedet. Auch in Osteuropa: Viele dieser noch jungen Staaten fühlen sich in ihrer Politik und ihren Werten vom Westen unverstanden. Gemeinsame Lösungen für Eurokrise und Flüchtlingswelle sind nicht in Sicht.

Wer die ersten Schritte der Europäischen Gemeinschaft miterlebt hat, erinnert sich daran, dass die Visionen damals weiter reichten, als ein Gesetzeswerk mit Regelungen für eine florierende Wirtschaft zu erstellen. Auf der Rückreise von Armenien sagte der Papst: «Wir müssen kreativ sein und an einem neuen Europa-Konzept arbeiten.» Da hätte auch die Schweiz einen Beitrag zu leisten. Gemeinden und Kantone geben kleinräumig Gelegenheit, sich zu identifizieren und mitzureden. Auf Bundesebene ist nur das Nötigste geregelt. Föderalistischere und demokratischere Strukturen könnten Europa zusammenhalten. Dann würde vielleicht sogar die Schweiz mitmachen.

Auch Kirchen, Freikirchen, christliche Gemeinschaften und Bewegungen bieten ihren Beitrag an. Seit 15 Jahren haben sie konkrete Erfahrung in einem Prozess des Kennenlernens, sich befreunden, gemeinsam engagieren im «Miteinander für Europa», wie sich das Netzwerk von über 300 Gemeinschaften nennt. Wer sie am Kongress Ende Juni in München erlebt hat, ist geneigt zu denken: Wenn solch unterschiedliche Gruppierungen – von Charismatikern bis Schönstatt, von Orthodoxen bis Freikirchen – ein Miteinander zustande bringen – dann müsste es doch auch Europa schaffen.

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