Editorial

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Freundinnen und Freunde halten gesund. Gerade auch in Zeiten, wo Angst und Schrecken durch die Ritzen unseres Alltags kriechen.

Wir haben zusammen Berge erklommen und Täler erforscht, nächtelang diskutiert und unzählige Kaffees getrunken. Wir haben uns in schweren Zeiten unterstützt und unser Glück geteilt. Meine beste Freundin und ich.

Freundschaft, schreibt Aristoteles, sei eine Seele in zwei Körpern. Wir bezeichnen uns als «soul sisters». Unsere Wahlverwandtschaft heisst nicht, dass wir stets die gleichen Interessen und Meinungen haben. Aber wir ertragen unsere Differenzen mit Humor und verbuchen sie als Gewinn. «Freundschaft ist eine Herzensangelegenheit, die auf Vertrauen und Zuneigung beruht, ein Band zwischen zwei Seelen, das weder Raum noch Zeit trennen können. Freundschaft bedeutet, immer füreinander da zu sein (…) Es gibt kaum ein kostbareres Geschenk (…)», steht auf der Postkarte, die wir uns einst un- abgesprochen zeitgleich geschickt haben und die jetzt über unseren Badezimmerspiegeln steckt, auf dass sich ihre Botschaft stets wieder neu einprägt – morgens, bevor Push-Meldungen Gewaltakte auf dem Mobiltelefon aufscheinen lassen und abends nach Tagesschaubildern von Panzern in Istanbul und überfahrenen Kindern an der Côte d’Azur.

Auch wenn unsere Freundschaft die Probleme dieser Welt nicht lösen kann, so lässt sie doch ans Gute glauben und bietet Halt, Sicherheit und Kraft.

«Ich kann nicht ich selber werden, wenn nicht der andere er selbst sein will; ich kann nicht frei sein, wenn nicht der andere frei ist, meiner nicht gewiss sein, wenn ich nicht auch des anderen gewiss bin», fasst Karl Jaspers die Kunst der Freundschaft zusammen. In diesem lebendigen Raum zwischen zwei Personen findet die Freundschaft ihren Platz und ist dann mit Hannah Arendt nichts weniger als die «Grundlage aller Menschlichkeit».

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